Was sagt die Fachpresse wirklich? Unser ADAS + UX Team auf der AHFE 2026 in Istanbul
Automotive-Journalisten schreiben jeden Tag darüber, wie sich Fahrzeuge anfühlen. Sie beschreiben Lenkpräzision, Fahrkomfort, Bedienbarkeit, Bremsverhalten. Und das in lebhafter, bildhafter Sprache, die Millionen von Lesern erreicht. Doch wie viel davon steckt wirklich in den Anforderungen, die Ingenieure und Human-Factors-Experten in der frühen Entwicklungsphase formulieren? Erstaunlich wenig.
Genau hier setzt unsere aktuelle Forschungsarbeit an. Wir freuen uns, sie im Juli 2026 auf der AHFE International Conference in Istanbul vorzustellen.
Die Stimme der Presse – systematisch entschlüsselt
Unser Paper, „Understanding the Voice of the Press – A KPI-driven Approach to Analyzing Press Requirements for Technology Development“, von Gioele Micheli und Seda Aydogdu (MdynamiX AG), stellt eine neue, reproduzierbare Methode vor: Wie lassen sich qualitative Pressetexte systematisch in strukturierte Entwicklungskriterien übersetzen?
Die Antwort liegt in einem mehrstufigen qualitativen Analyseprozess. Aus einer kuratierten Auswahl von Fachartikeln einer einzigen Automobilpublikation werden zunächst bewertende Aussagen extrahiert, zu Fahrdynamik, User Experience, Komfort, Akustik, Lenkung, Bremsen und mehr. Diese Aussagen werden anschließend nach Sentiment, Fachdisziplin und thematischem Inhalt kodiert.
Das Ergebnis: ein umfangreicher Pool an beschreibenden Ausdrücken, der in iterativer Analyse zu kohärenten Themen geclustert wird. Diese Themen bilden disziplinspezifische Kriterien, etwa für Lenkpräzision, Schnittstellennutzbarkeit oder wahrgenommene Fahrperformance. Sentiment-Tags machen sichtbar, welche Eigenschaften regelmäßig kritisiert werden, welche nur im Ausnahmefall gelobt werden und welche schlicht als selbstverständlich gelten.
Was steckt dahinter? Die Methode macht sichtbar, wo Nutzererwartungen asymmetrisch sind, also wo Enttäuschung entsteht, lange bevor ein Fahrzeug überhaupt auf den Markt kommt. Expert-Workshops verfeinern die Kriterien, reduzieren Coder-Bias und sichern technische Konsistenz. Das Resultat ist ein skalierbares Framework, das Presseperzeptionen direkt in die frühe Anforderungsphase integriert.
Warum das für die Branche wichtig ist
Die Automobilindustrie investiert Milliarden in technische Performance und verliert dennoch regelmäßig an entscheidenden Stellen: im Presseecho, in Kundenbewertungen, in der wahrgenommenen Qualität. Der Grund? Entwickler optimieren, was messbar ist. Die Fachpresse bewertet, was erlebbar ist.
Unsere Methode schlägt genau hier eine Brücke: Sie macht journalistische Wahrnehmung technisch verwertbar, ohne die Nuancen zu verlieren, die sie erst wertvoll machen. Das ist kein Nice-to-have. Es ist ein entscheidender Schritt hin zu wirklich nutzerzentrischer Fahrzeugentwicklung.
„Die Presse schreibt nicht für Ingenieure – aber Ingenieure sollten die Fachartikel lesen.“
Interesse am Thema? Kommen Sie vorbei – oder melden Sie sich direkt!
Sie sind ebenfalls auf der AHFE 2026 (Applied Human Factors and Ergonomics Conference) vom 20.-24. Juli in Istanbul? Dann freuen wir uns sehr auf den Austausch. Kommen Sie gerne zu unserem Vortrag oder sprechen Sie uns direkt an.
Nicht vor Ort, aber das Thema interessiert Sie? Melden Sie sich direkt bei unserem ADAS + UX Team – wir tauschen uns gerne über die Methode, mögliche Anwendungen in Ihrem Entwicklungskontext und weitere Forschungsansätze aus.
Das Programm der AHFE 2026 finden Sie unter AHFE Conference – Program.
Über das ADAS + UX Team bei MdynamiX
Das ADAS + UX Team von MdynamiX verbindet technische Systementwicklung mit Human-Factors-Expertise. Von Fahrerassistenz bis zu Nutzererlebnis-Konzepten arbeiten wir an der Schnittstelle von Mensch, Fahrzeug und Technologie.
Mehr Informationen zu UX + Human Factor finden Sie hier: UX + Human Factor | MdynamiX
Mehr Informationen zu Fahrzeugtest + Objektivierung finden Sie hier: Fahrzeugtest + Objektivierung F+E Services | MdynamiX
