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Best Poster Award für Yu-Jeng Kuo beim HFES Annual Meeting in Nantes

Kempten / Nantes. Anfang Oktober 2019 lud die Human Factors and Ergonomics Society – Europe Chapter zum jährlichen Society-Treffen in Nantes, Frankreich, ein. Unter dem zentralen Thema „Understanding Human Behaviour in Complex Systems“ wurden neueste Erkenntnisse aus dem Bereich Human Factors and Ergonomics präsentiert. Yu-Jeng Kuo, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Kempten, wurde mit dem Best Poster Award ausgezeichnet.

Es vergeht kein Tag, an dem nicht von Digitalisierung und Automatisierung öffentlich die Rede ist. Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren sind neben Elektromobilität wohl die allgegenwärtigen Themen der Automobilindustrie. Eine Verbesserung der Sicherheit und Effektivität des Gesamtsystems Mensch-Maschine wird angestrebt, doch im Vordergrund steht allzu oft die Maschine. Technische Neuerungen stellen den Fahrer vor Herausforderungen, die den beabsichtigten Mehrwert des Assistenzsystems schwinden lassen.

Um die Zukunftsvisionen zu verwirklichen wird ein Faktor zunehmend zum Forschungsobjekt: der Mensch. Die Human Factors and Ergonomics Society (HFES) mit weltweit rund 4500 Mitglieder dient dem Human Factors Forschungszweig. Der jährliche regionale Austausch von Wissen und Methodik in den diversen Disziplinen fördert das Verständnis für den wissenschaftlichen Umgang mit dem Faktor Mensch.

Yu-Jeng Kuo, wissenschaftlicher Mitarbeiter des „Human Factors“-Forschungsteams (Adrive Living Lab) der Hochschule Kempten präsentierte seine Arbeit als Poster beim jährlichen Treffen des HFES Europe Chapter im französischen Nantes. Die Posterpräsentation mit dem Titel „Objective Workload Evaluation with Lane Keeping Assistance System Using Physiological Signal and Driving Performance“ konnte großes Interesse beim Publikum und bei der Jury wecken.

In seiner Arbeit erforschte Kuo mittels objektiver Messdaten an Probanden, wie Puls und Hautleitfähigkeit, ob Fahrerassistenzsysteme, am Beispiel des Spurhalteassistenzsystems, den Fahrer wirklich entlasten. Die physiologischen objektiven Daten zeigten, dass das Fahren mit dem Spurhalteassistenten bei den Probanden mehr statt wie gewünscht weniger Stress auslöste. Das Ergebnis überzeugte zweifach: Das Spurhalteassistenzsystem muss verbessert werden. Der Faktor Mensch mit seinen emotionalen Bedürfnissen muss bei der rasanten Fahrzeugentwicklung deutlich mehr berücksichtigt und in den Mittelpunkt der Entwicklung gestellt werden. Der Erkenntnisgewinn kann bei der Auslegung, Entwicklung und dem Testen von Spurhalteassistenzsystemen angewendet werden. Der Faktor Mensch mit seinen emotionalen Bedürfnissen muss bei der rasanten Fahrzeugentwicklung deutlich mehr berücksichtigt und in den Mittelpunkt der Entwicklung gestellt werden – Mensch und Fahrzeug in perfekter Harmonie. Der Erkenntnisgewinn fließt bei der Auslegung, Entwicklung und dem Testen von Spurhalteassistenzsysteme mit ein. MdynamiX arbeitet gemeinsam mit dem Adrive Living Lab der Hochschule Kempten dazu intensiv mit Fahrzeughersteller und Zulieferer zusammen.

Die Arbeit und deren Ergebnis, wie auch der klare und perfekt strukturierte Aufbau des Posters überzeugten die Jury. Kuo erhielt den Best Poster Award 2019, der seit 2009 von HEFS Europe Chapter vergeben wird.