Warum unsere Ergebnisse belastbar, reproduzierbar und vergleichbar sind
Die Messtechnik hinter dem ADAS-Benchmark
Fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme wie die zur Abstandsregelung, Parkassistenz und Spurführung reagieren auf wenige Meter, wenige Zehntelsekunden und wenige Grad Fahrzeugbewegung. Um diese Systeme objektiv bewerten zu können, braucht es daher eine Messtechnik, die ebenso genau arbeitet. Unser ADAS-Benchmark basiert auf einer hochpräzisen Messkette, die Fahrzeugbewegung, Position, Abstand und Dynamik synchron und zentimetergenau erfasst.
Eine valide Bewertungsgrundlage entsteht aus der Kombination
Kein einzelnes Messsystem kann sämtliche für die Beschreibung der Fahrzeugbewegung relevanten Größen erfassen. Deshalb kombinieren wir mehrere unabhängige Instrumente zu einer integrierten Referenz:
- Auswerte-Software
- Optisches Messwerkzeug (Photogrammetrie)
- Digitale Referenzkarten (Ground Truth)
- Differential-GPS
- Integriertes Inertialsystem mit GNSS-Kopplung
Erst aus dieser Kombination entsteht ein objektives Gesamtbild für eine zuverlässige Bewertung von Fahrerassistenzsystemen.
Auswerte-Software für eine objektive ADAS-Bewertung auf KPI-Basis
Die umfangreichen Messdaten aus Fahrversuchen werden mit der Auswerte-Software MXeval in aussagekräftige Kennzahlen (KPIs) überführt. So lässt sich das Verhalten von Fahrerassistenzsystemen objektiv beschreiben, bewerten und vergleichen.
Beispielhafte KPI-Auswertungen aus Fahrversuchen:
Der Auswerteprozess mit MXeval
- Zusammenführung roher Messdaten
Alle erfassten fahrdynamischen Größen wie Lenkradmoment und -winkel, Fahrzeugposition innerhalb der Spur oder Geschwindigkeitsverläufe werden in der Software MXeval synchronisiert. - Ableitung von KPIs (Key Performance Indicators)
Die Fahrzeugmessdaten werden in Kennzahlen übersetzt, die Aussagen über Funktionsperformance erlauben. Etwa wie stark ein Spurhalteassistent einlenkt, wie viel Zeit bis zum Systemeingriff vergeht oder wie stabil das Fahrzeug in der Spur geführt wird. - Einordnung der KPIs (Targeting)
Die abgeleiteten Kennzahlen werden mit Zielwerten (Targets) aus unseren Auswertungsbibliotheken abgeglichen und eingeordnet. - Live-Feedback im Fahrzeug
Die Auswertung wird automatisch angestoßen und ist noch im Fahrzeug verfügbar. Somit hat man ein unmittelbares Feedback zur Performance des Fahrerassistenzsystems sowie zur Qualität und Gültigkeit des durchgeführten Tests. - Interpretation durch Visualisierung
Die Ergebnisse werden in Diagrammen mit Farbcodierungen dargestellt. Abweichungen, Stärken und Schwächen lassen sich so auf einen Blick erkennen. - Zusammenführung der objektiven mit der subjektiven Datenwelt
Parallel dazu wurden subjektive Fahreindrücke der Testfahrer über MXevalApp erfasst und später mit den objektiven Ergebnissen verknüpft. So entsteht eine ganzheitliche Aussage: nicht nur technische Leistung, sondern auch Wahrnehmung und Komfort fließen in die Bewertung ein.
Der Kernnutzen von MXeval im ADAS-Benchmark
- Messdaten werden in verständliche und vergleichbare Ergebnisse (KPIs) umgewandelt.
- Benchmarking nach standardisierten Kriterien.
- Objektive Fahrzeugmesswerte werden mit subjektiven Fahrereindrücken verknüpft.
- Entscheidungen werden beschleunigt.
Optisches Messwerkzeug zur Erfassung der Lenkradbewegung
Beim ADAS-Benchmark wird die Lenkradbewegung vollständig mit MXoptiCal optisch erfasst – herstellerunabhängig und ohne Zugriff auf fahrzeuginternen CAN-Daten. So lassen sich Lenkeingriffe verschiedener Parkassistenzsysteme quantitativ vergleichen – etwa hinsichtlich Effizienz, Dynamik oder Anzahl erforderlicher Korrekturbewegungen.
Kamera und codierte Referenzmarker zur photogrammetrischen Messung der Lenkradbewegung:
Messprinzip mit MXoptiCal
Ein codierter Referenzmarker auf dem Lenkrad wird während des gesamten Parkvorgangs von einer im Innenraum installierten Kamera erfasst. Die anschließende softwarebasierte Auswertung liefert präzise Messdaten zur Lenkradbewegung:
- absolute und relative Rotationswinkel,
- Gesamtanzahl der Lenkradumdrehungen,
- Lenkgeschwindigkeit (Umdrehungen pro Sekunde),
- Differenzierung zwischen Lenkbewegungen im Stand und während der Fahrt.
Der Kernnutzen der optischen Messung mit MXoptiCal für einen objektiven ADAS-Vergleich
- Herstellerunabhängige Datenerfassung.
- Keine Integration in das Fahrzeugnetzwerk erforderlich.
- Hohe Reproduzierbarkeit der Messungen.
- Direkte Erfassung der tatsächlichen mechanischen Bewegung.
Digitale Karten als geometrische Referenz (Ground Truth)
Hochauflösende digitale Karten liefern den geometrischen Verlauf der Straße und dienen als geometrische Referenz (Ground Truth) für die Bewertung von Fahrerassistenzsystemen. Sie enthalten unter anderem:
- Fahrspurbreiten,
- Kurvenradien,
- Fahrbahnmittelachsen.
Dadurch lässt sich nicht nur die absolute Fahrzeugposition bestimmen, sondern auch die relative Lage innerhalb der Spur. Diese geometrische Ground Truth ist entscheidend für die objektive und reproduzierbare Bewertung von Fahrerassistenzsystemen.
Digitale Referenzkarte und reale Straßenansicht im Vergleich
Differential-GPS für die zentimetergenaue Bestimmung der Fahrzeugposition
Für die absolute Position nutzen wir Differential-GPS (D-GPS). Im Gegensatz zu normalem GPS, das nur eine Genauigkeit von mehreren Metern erreicht, ermöglicht D-GPS eine Ortung im Zentimeterbereich. Hierzu berechnet eine Referenzstation kontinuierlich Korrekturdaten für die empfangenen Satellitensignale, die in Echtzeit an das Testfahrzeug übertragen werden. Mehrere GPS-Antennen am Fahrzeug erlauben zusätzlich die exakte Bestimmung von Fahrzeugausrichtung und Fahrtrichtung.
So wissen wir jederzeit:
- wo sich das Fahrzeug befindet
- wie es relativ zur Straße und zu anderen Verkehrsteilnehmern ausgerichtet ist.
Testfahrzeug mit zwei Antennen auf dem Dach (WLAN, GPS/Glonass/Galileo/Beidou)
Integriertes Inertialsystem mit GNSS-Kopplung zur Beschreibung der Fahrzeugbewegung
Das integrierte Inertialsystem ADMA-G von GeneSys erfasst alle Bewegungen des Fahrzeugs in Echtzeit:
- Beschleunigungen und Verzögerungen (Längsdynamik)
- Kurvenfahrt (Querdynamik)
- Nick-, Wank- und Gierbewegungen (Aufbaubewegungen)
Diese Sensorik funktioniert unabhängig von Satellitensignalen und liefert selbst bei Tunneldurchfahrten, dichtem Verkehr oder schlechter Sicht eine kontinuierliche Bewegungsinformation. Sie bildet damit die dynamische Grundlage für alle weiteren Berechnungen.
In Testszenarien mit mehreren beteiligten Fahrzeugen werden Relativgrößen wie Abstand oder Relativgeschwindigkeit in Echtzeit aus den Positions- und Bewegungsdaten mehrerer Inertialsysteme berechnet. Hierfür nutzen wir das Add-On DELTA, das einen synchronisierten Datenaustausch zwischen Messfahrzeugen über WLAN ermöglicht.
Echter Vergleich baut auf zuverlässige Zahlen
Unsere Messkette liefert objektive und technisch belastbare Daten, aus denen ein konsistentes Gesamtbild des Fahrzeugverhaltens entsteht. Auf dieser Basis lassen sich Fahrerassistenzsysteme systematisch bewerten. Die hohe Messgenauigkeit stellt zudem reproduzierbare Testbedingungen sicher und schafft damit die Grundlage, Assistenzsysteme im Benchmark über verschiedene Fahrzeuge, Hersteller und Testreihen hinweg zu vergleichen.
Wir liefern die Messgrundlage für einen belastbaren ADAS-Benchmark. Lassen Sie uns über Ihre Anforderungen sprechen.









